Basispreis “im-”, “am-” und “aus dem Geld”

Der Basispreis, auch Bezugspreis oder Strike genannt, ist eine der Kernparameter der Optionen und Optionsscheinen. Er bestimmt neben dem Basiswert (die Aktie, der Rohstoff oder das Handelsobjekt worauf sich das Derivat bezieht) und der Laufzeit die Charakteristik der Option. Der Basispreis besagt, zu welchem Preis der Basiswert – auch Underlying oder Basisinstrument genannt – gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden darf.
Ist der Basispreis eines Kaufoptionsschein (Call) beispielsweise höher als der aktuelle Kurs des Basisintrument, so spricht man in diesem Fall von einem Optionsschein “aus dem Geld” oder auch “out the money”.

Die Aktie der Firma XY notiert aktuell mit 100 €. Sie interessieren sich für einen Kaufoptionschein – einen Call – auf Firma XY mit dem Basispreis von 120 €. Dieser Optionsschein hat noch eine Restlaufzeit von 3 Monaten. Damit sich die Ausübung der Option lohnt muss der Basiswert, die Firma xy, in den nächsten 3 Monaten um mindestens 20 € auf 120 € steigen. Mein Basiswert liegt also beim Kauf der Option in einem Bereich, in der die Ausübung der Option nicht sinnvoll ist. Was bringt mir das Kaufrecht für die Aktie XY zu 120 €, wenn der Marktpreis nur 100 € beträgt. Diese Option würde nur Sinn machen, wenn der Marktpreis mindestens 120 € beträgt, oder besser noch deutlich darüber liegt. Mein Optionsschein ist also “aus dem Geld” – “out the money”.

Ganz anders würde das schon aussehen, wenn mein Optionsschein kein Call, sondern ein Put (Verkaufsoption) wäre. Ich hätte also das Recht die Aktie XY, mit dem Kurswert 100 € zu 120 € zu verkaufen. Dieser Optionsschein wäre also “im Geld” – “in the money”. Diese Option ist sehr vorteilhaft für mich, ich kann die Aktie am Markt für 100 € kaufen, und habe durch meinen Optionsschein einen Käufer, der verpflichtet ist mir diese Aktie zu 120€ abzunehmen.

In diesen beiden Beispielen gehen wir der Einfachheit halber davon aus, das sich der Kurs in der verbleibenden Laufzeit des Optionsscheins nicht verändert hat.

Wenn der Basispreis ungefähr dem aktuellen Kurswert entspricht, dann ist der Optionsschein (das gilt jetzt für beide – Call und Put) “am Geld” oder “at the money”.

  • Basispreis ist höher als der aktuelle Kurs des Basisinstrument
    Ein Call ist dann “aus dem Geld”
    Ein Put ist dann “im Geld”
  • Basispreis ist niedriger als der aktuelle Kurs des Basisinstrument
    Ein Call ist dann “im Geld”
    Ein Put ist dann “aus dem Geld”
  • Basispreis entspricht ungefähr dem Kurswert des Basisinstrument
    Call und Put sind “am Geld”

Der Basispreis einer Option oder eines Optionsscheins wird bei der Emission festgelegt, und kann auch während der gesamten Laufzeit bis zum Ausübungstag nicht mehr geändert werden. Es kann also durchaus sein, dass eine Option heute “im Geld” ist, und ein halbes Jahr später “aus dem Geld” ist. Immer abhängig von der Entwicklung des Basisinstrument oder auch des Underlyings, ändert die Option über Ihre Laufzeit gesehen die Charakteristik.

Das Basisinstrument der Option muss allerdings nicht zwingend ein Handelsobjekt sein (z.B. eine Aktie), dass in Euro oder einer anderen Währung notiert wird. Es werden auch Indizes (z.B. der DAX) als Basisinstrumente festgelegt. Der Basiswert wird dann nicht mehr in Euro angegeben sondern in Punkten – genauso wie beim DAX. Aber auch bei diesen Optionen können “im-”, “am-” oder “aus dem Geld” sein, obwohl sich der Basiswert auf Punkte bezieht.