Call & Put

Was ist ein Call und was ist ein Put?

Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Ein Call bezeichnet eine Option oder einen Optionsschein, der mir bei Ausübung das Recht gibt, den Basiswert zum Basispreis zu kaufen. Und dementsprechend umgekehrt, gibt mir ein Put das Recht den Basiswert zum Basispreis zu verkaufen.
Klingt erst mal ganz einfach, aber das folgende Zitat von Serge Demolière zeigt, das es doch nicht ganz so simpel ist.

Welcher Laie wird wohl je verstehen, dass der Verkäufer der Verkaufsoption bei Ausübung der Verkaufsoption durch den Käufer, der Käufer der von dem Käufer der Verkaufsoption verkauften Wertpapiere ist.

 Was bedeutet das nun? Gehen wir im ersten Schritt von einem Optionsschein aus. Es gibt einen Call, den ich von einem Emittenten kaufen kann. Somit erwerbe ich mir das Recht den Basiswert zu beziehen. (Optionsscheine werden übrigens fast nie ausgeübt, sondern immer durch “Barausgleich” siehe Beitrag Optionen vs Optionsschein ausgeglichen. Wenn ich diesen Schein in meinem Depot habe, kann ich ihn natürlich auch verkaufen. Ich verkaufe also einen Kaufoptionsschein.
Beim Put ist genau andersherum, ich kaufe oder verkaufe einen Verkaufsoptionsschein. Diese Vorgänge werden ganz normal, wie auch bei Aktien an Ihrem Börsenplatz abgewickelt.Long-Short-Put-Call

Bei den Optionen geht es noch eine Stufe weiter, ich kann nämlich an den Terminbörsen selber als Emittent auftreten. Im Gegensatz zu den Optionsscheinen gebe ich also selber Optionen auf, die ich verkaufen kann (vorausgesetzt ich finde einen Käufer), und muss diese nicht wie bei den Optionsscheinen vorher eingekauft haben. Wenn ich das tue, spricht man auch von Leerverkäufen. Bei dieser Variante gibt es 4 Grundgeschäftsarten:

  • Long Call, ein Geschäft, bei dem ich selber als Käufer einer Kaufoption auftrete.
  • Short Call, ein Geschäft, bei dem ich als Verkäufer also als Emittent einer Kaufoption auftrete.
  • Long Put, ein Geschäft, bei dem ich selber als Käufer einer Verkaufsoption auftrete.
  • Short Put, ein Geschäft, bei dem ich als Verkäufer also als Emittent einer Verkaufsoption auftrete.

Immer dann wenn ich eine Option verkauft habe, bin ich der sogenannte Stillhalter. Stillhalter deswegen, weil ich ja mit der Option das Recht verkauft habe, die Option auszuüben. Der Inhaber hat dagegen das Recht aber nicht die Pflicht zur Ausübung der Option. Der Stillhalter kann in dieser Situation nur im wahrsten Sinn des Wortes “stillhalten”.
Achtung!Immer dann wenn ich eine Long Position einnehme – egal ob Put oder Call – bin ich Inhaber der Option, mit dem Recht aber nicht der Pflicht zur Ausübung. Wenn ich eine Short Position einnehme, bin ich immer der Stillhalter einer Option. Bei den Optionsscheinen, kann ich aufgrund der Art des Geschäftes immer nur die Long Postion einnehmen.