Die Welt der Optionsscheine

Von Null auf Hundert trifft es nicht so ganz, eher von 0 auf 10.000. Wie man am Optionsscheinmarkt gigantische Gewinne, leider auch ebensolche Verluste, einfahren kann. Alle die sich bereits mit dem Aktienmarkt beschäftigt haben, treffen früher oder später auf verschiedene Finanzkonstruktionen wie Optionsscheine, Futures und viele andere Derivate.
Diese ganzen, für jeden handelbaren Konstrukte haben nicht den besten Ruf, liest man doch immer wieder in der Zeitung, wie Hedge-Fonds oder auch einzelne finanzstarke Anleger auf Kosten der Unternehmen bzw. der Aktionäre gigantische Gewinne einfahren und häufig “verbrannte Erde” zurücklassen. Obwohl eine bessere Kontrolle von Hedge-Fonds wünschenswert wäre, sollte man diese nicht für alles Übel verantwortlich machen. Denn Termingeschäfte haben viele Vorteile sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer. Wie das in einzelnem funktioniert und worauf man dabei zu achten hat möchte ich hier erklären und ausführen. Sie werden hier keine Börsentipps oder Kauf – Verkaufsempfehlungen finden. Mir geht es vielmehr darum deutlich zu machen wie bestimmte Finanzinstrumente funktionieren und wie jeder diese für sich nutzen kann.
Sollten an irgendeiner Stelle bestimmte Wertpapiere oder Firmen benannt werden dient dies immer nur als Beispiel zur Verdeutlichung und nie als Empfehlung oder Bewertung und bevor es richtig losgeht – was sind eigentlich Termingeschäfte?

Termingeschäfte sind bei weitem nicht so neu, wie oft behauptet wird. Termingeschäfte gibt es mehr oder weniger, seit es Handelsgeschäfte gibt. Damit ist nicht unbedingt der Börsenhandel gemeint, sondern Handel mit verschiedenen Waren, den es schon deutlich vorher gab. Man denke nur an Holz, Metall, Wein oder Gewürzen. Viele haben auch bestimmt schon von der Tulpenmanie in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden gehört. Dabei ist der Sinn von Termingeschäften eigentlich ganz einfach. Er liegt nämlich darin. die verschiedenen Interessen von Käufern und Verkäufern zusammenzubringen. So ist es schon seit vielen Jahren möglich, eine anstehende Ernte bereits vorab auf Termin zu kaufen. Was bedeutet das am Beispiel vom Weizen ?

Nehmen wir einmal an, ich bin eine große Bäckerei und weiß jetzt schon, das ich im Laufe des Jahres sehr viel Mehl brauchen werde um meine Produkte herstellen zu können. Niemand weiß zu Beginn eines Jahres wie die Ernte für Weizen (oder auch andere Getreide) ausfallen wird. Was liegt also näher, als schon frühzeitig mit den Bauern und Getreideanbauern Kontrakte einzugehen, in denen jetzt schon der Preis und die Verkaufsmenge für die zukünftige Ernte festgelegt wird. Für den Verkäufer bietet das die Sicherheit, seine Ware auf jeden Fall verkaufen zu können und bereits jetzt schon den zu erzielenden Verkaufspreis zu kennen. Dem Käufer bietet es den Vorteil, auch bei einer schlechten Ernte auf jeden Fall mit Mehl, zu einem festgelgtem Verkaufspreis versorgt zu werden. So erhalten beide Parteien Planungssicherheit für Ihre laufenden Geschäfte.

Wenn nun der Käufer von seinem eingegangen Kontrakt, eine bestimmte Menge, für einen kleinen Betrag an einen Dritten weiterverkauft sind wir schon beim Optionshandel. Wer diese Option kauft, hat aber vielleicht gar kein Interesse an der eigentlichen Ware (Mehl) sondern nur eine unterschiedliche Erwartung am Ausgang der Ernte. Wird es eine besonders gute Ernte mit großen Ertragsmengen, wird der Preis für Mehl in der Zukunft fallen. Wird es eine besonders schlechte Ernte werden, wird der Preis deutlich ansteigen und meine Option wirft einen möglicherweise großen Gewinn ab, da ich ja das Mehl zu einem niedrigeren Preis (den im Kontrakt festgelegten Preis) kaufen kann. Ich kann also mit einem relativ geringen Einsatz große Gewinne erzielen, natürlich steht dem gegenüber ein großer, eventuell sogar ein totaler Verlust meines Einsatzes.

Termingeschäfte sind also nichts weiter als Käufe/Verkäufe die in der Zukunft stattfinden, aber jetzt schon hinsichtlich Preis und Menge abgeschlossen werden.

Soweit das Prinzip, im heutigen Börsenalltag werden Optionsscheine, die nichts anderes als festgelegte Vereinbarungen von Termingeschäften sind, als eigenständige Wertpapiere gehandelt.